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kottan.info
führte dazu Gespräche mit Heinrich Ambrosch
(Produzent), Jan Zenker (Drehbuch), Lukas Resetarits
(Hauptdarsteller) und Peter Patzak (Regie).
Interview mit Heinrich Ambrosch
(25. März 2010)
kottan.info: Wann soll der neue Kottan-Film
ins Kino kommen?
Heinrich Ambrosch: Dezember 2010.
kottan.info: War es für Sie als Produzent kompliziert,
diesen Film zu finanzieren?
Heinrich Ambrosch: Es ist immer kompliziert einen Film
zu finanzieren. Kottan ermittelt ist da
keine Ausnahme.
kottan.info: Kottan ist heute eine Wiener Kultfigur.
Wo wird der neue Kottan gedreht?
Heinrich Ambrosch: In Wien um Umgebung. Wo sonst!
kottan.info: Wie schwierig war es, Lukas Resetarits
für den Film zu begeistern und zu engagieren?
Heinrich Ambrosch: Lukas zu begeistern ist nicht das
Problem. Man braucht nur die richtigen Inhalte.
kottan.info: Einige Schauspieler des originalen Kottan-Casts
sind leider schon verstorben. Welche Darsteller wurden
für die wichtigsten Rollen verpflichtet?
Heinrich Ambrosch: Die Verpflichtungen laufen teilweise
noch. Deshalb möchte ich darüber noch nicht
sprechen.
kottan.info: Welche Publikumsreaktionen erwarten
bzw. erhoffen Sie sich auf einen Kottan,
der nach über einem Vierteljahrhundert wieder aus
der Versenkung auftaucht?
Heinrich Ambrosch: In erster Linie erwarte ich mir,
dass die Leute ins Kino gehen. Über die Reaktionen
muss man danach diskutieren.
Interview mit Jan Zenker
(25. März 2010)
kottan.info: Wie kam es zum "Kottan"-Kinofilm?
Jan Zenker: Es ist der letzte Baustein eines "Kottan"-Revivals,
das 2007 mit der überaus erfolgreichen DVD-Veröffentlichung
in Deutschland begonnen hat. Danach kamen die sechs
"Kottan"-Hörspiele der Folgen 20-25,
die der ORF 1984 auf Eis gelegt hatte. 2009 hatte "Kottan"
dann seine Theater-Premiere, die beeindruckend war.
Über 13.200 Besucher haben in 44 ausverkauften
Vorstellungen das Stück im Rabenhof Theater gesehen.
Jetzt müssen wir alle daran arbeiten, den "Kottan"-Kinofilm
zu einem Teil der Erfolgsgeschichte um den Major zu
machen, die 1974 mit einer Kurzgeschichte begann.
kottan.info: Gab es Bedenken?
Jan Zenker: Durchaus. Aber seitdem Heinrich Ambrosch
von SATEL Film beteiligt ist, war klar, dass wir den
Film machen wollen. SATEL Film hatte seinerzeit alle
"Kottan ermittelt"-Folgen für den ORF
produziert, also weiß man schon, worauf es bei
"Kottan" ankommt. Mir war wichtig, dass Lukas
Resetarits wieder den Kottan spielt und dass man die
verfügbaren Schauspieler der Originalbesetzung
für das Projekt gewinnt, was mit Franz Suhrada,
Bibiana Zeller, Chris Lohner und Hanno Pöschl,
um ein paar zu nennen, auch gelungen ist.
kottan.info: Wie schwierig war es für Sie, das
Drehbuch zu schreiben?
Jan Zenker: (lacht) Diese Frage dürfen Sie
dem Produzenten nicht stellen. Nein, eigentlich war
es einfach, in meiner Familie gab und gibt es natürlich
einen engen "Kottan"-Bezug. Ich bin mit "Kottan"
aufgewachsen, der "Kottan"-Schmäh gehörte
bei uns zum Familienleben, da war keiner um eine spitze
bzw. zynische Antwort verlegen. Mein Vater hat immer
viel in der Familie, aber auch in der direkten Umgebung
aufgenommen und dann verarbeitet. Außerdem hat
er alles mehrfach an Familienmitgliedern getestet. Dadurch
kann ich über einige Begebenheiten und Dialoge
der "Kottan"-Folgen ganz anders schmunzeln
als der normale Zuseher, weil ich Personen und Situationen
wiedererkenne, an die ich mich gerne erinnere.
kottan.info: Um was geht es im "Kottan"-Kinofilm?
Jan Zenker: Um die Gier! ... Die Grundidee der Krimihandlung
stammt von meinem Vater, die er für einen Kriminalroman
entworfen hatte. Viel will und darf ich nicht verraten.
Jedenfalls handelt es sich um ein "umwerfendes"
Mörderspiel, das sich zwar nicht bezüglich
des Milieus, aber zumindest strukturell ein wenig im
Geiste Agatha Christies entwickelt.
kottan.info: Wie geht es mit Kottan weiter?
Jan Zenker: Zunächst, 2011, mit einem zweiten
Theaterstück am Rabenhof Theater. Und für
2012, sollte da die Welt doch nicht untergehen, wird
uns sicher auch noch etwas einfallen.
Interview mit Lukas Resetarits
(25. März 2010)
kottan.info: Über ein Vierteljahrhundert ist
es her, dass Sie zuletzt in die Kottan-Rolle
geschlüpft sind. Wie geht es Ihnen mit diesem Comeback?
Lukas Resetarits: Die Gefühle sind gemischt. Einerseits
freue ich mich auf die Arbeit, andererseits spürt
man schon eine aufkommende Nervosität, die aber
dem kreativen Prozess noch zuträglich ist. Gedanklich
bin ich schon schwer mit dem Film beschäftigt.
kottan.info: Welche Motivation steckt dahinter, nach
so langer Pause wieder in einem Kottan-Film
die Hauptfigur zu geben? Waren Sie leicht zu überreden?
Lukas Resetarits: Über die letzten zweieinhalb
Jahrzehnte gab es alle paar Jahre ein Kottan-Projekt,
das meistens ein Gerücht war. Manchmal wurde es
etwas konkreter, es kam aber aus den verschiedensten
Gründen nicht zustande. Für den letzten Anlauf
bei guter Zusammenarbeit mit Jan Zenker, Peter
Patzak, Heinrich Ambrosch sowie zwei Buchversionen,
die immer wieder verbessert wurden bedurfte es
keiner besonderen Überredungskunst.
kottan.info: Wie werden sich der Kottan der frühen
1980er Jahre und der Kottan der Gegenwart voneinander
unterscheiden?
Lukas Resetarits: Äußerlich durch 29 Jahre.
Innerlich gar nicht.
kottan.info: Welche klassischen Elemente
der TV-Serie Kottan ermittelt werden im
Kinofilm wieder aufgegriffen Stichworte: Kaffeeautomat,
Fernsehsprecherin, Autotüren, Gesangseinlagen etc.?
Lukas Resetarits: Alle klassischen Elemente werden vorkommen,
allerdings meist als Zitat, um dann abgeschafft zu werden.
Dafür kommen neue originelle Elemente dazu. Und
Kottan singt diesmal nicht Playback, sondern mit eigener
Stimme, oder Playback zur eigenen Stimme.
kottan.info: Wann werden die Dreharbeiten beginnen?
Lukas Resetarits: Voraussichtlich am 1. Juni 2010.
Interview mit Peter Patzak (25. März 2010)
kottan.info: Wie ist es für Sie, nach so langer
Zeit wieder an einem Kottan-Film zu arbeiten?
Peter Patzak: Wie wenn man sein liebstes und mit Errinnerungen
geschmücktes Fahrrad im Keller wieder findet. Erstaunlich!
Die Luft ist noch in den Rädern, die Lenkung präzise,
die Bremsen schleifen wie immer und der Arsch passt
noch wunderbar auf den Sattel. Es macht Freude, in die
vertrauten Pedale zu treten.
kottan.info: Haben Sie bei den Dreharbeiten als Regisseur
auch wieder Leute aus dem alten Kottan-Stab
um sich?
Peter Patzak: Alle, die im Frühsommer 2010
noch die Luft genießen können. Allen voran
meine Regieassistentin Sissi Böhler, als die Hände
über der Kostümabteilung Heidi Melinc, Lukas
geliebte Maskenbildnerin Ilse Steiner und viele, die
damals bei mir volontiert haben und heute großartige
Filmschaffende sind.
kottan.info: Werden außer Lukas Resetarits
noch weitere Schauspieler aus der Originalbesetzung
dabei sein?
Peter Patzak: Natürlich Bibiana Zeller, der
ewige Wirt und Bösewicht Ernst Konarek, Erni Mangold,
Margit Gara, Christiane Rücker, Chris Lohner, Franz
Suhrada, Hanno Pöschl und die üblichen Verdächtigen
in der Fangemeinde von Kottans Kapelle.
kottan.info: Gibt es Kottans Kapelle
noch?
Peter Patzak: Absender und Empfänger des Films.
Zwei große Auftritte. Nach der entsprechenden
Warnung.
kottan.info: Schon in den letzten Jahren gab es in
verschiedener Hinsicht ein gewisses Kottan-Revival.
Warum? Ist Kottan als Figur so zeitlos?
Peter Patzak: Weil er schon damals unangepasst und mutig
agiert hat. Heute, in einer von Sozialkitsch niedergelogenen
Wirklichkeitswahrnehmung, in einer Idol-falschen gesteuerten
Zeit, die nicht einmal mehr dem Miteinander der Ameisen
folgt, das heißt auch nicht der Natur, vom Habgier-Individualismus
und dem Motto: Exit through the Giftshop
besetzt ist, hat Kottan einiges zu tun.
kottan.info: Im vergangenen Jahr wurden die sechs
seit 1984 ungedrehten Kottan ermittelt-Folgen
Nr. 20-25 als Hörspiele veröffentlicht. Wollen
Sie sich dieser Episoden auch filmisch annehmen?
Peter Patzak: Ich denke, dass dieser Spielfilm einiges
bewirken kann. Zumindest wird es ein hochkonzentriertes
Jahr, in dem es gar nicht erlaubt sein kann, sich auf
etwas anderes zu fokusieren als auf den Widerspruch
von Rien ne va plus.
kottan.info: Welche (bislang) geheimen Details oder
Schmankerl können Sie uns zum Kinofilm verraten?
Peter Patzak: Polizeipräsident Pilch versucht
einen neuen Apparat zu bedienen. Mal sehen, wie das
ausgeht.
kottan.info: Wie wird es mit Kottan weitergehen?
Wird es das?
Peter Patzak: Natürlich. So lange es noch Beteiligte
gibt, die seinen Geist in der Handschrift haben.
Teaser 2009
(AUT 2009)
Buch: Jan Zenker
Regie: Peter Patzak
Kamera: Wolfgang Thaler
Schnitt: Michou Hutter
Ausstattung: Susanne Quendler
Produktionsleiter: Gerhard Hannak
Produzent: Heinrich Ambrosch
Mit: Lukas Resetarits, Bibiana Zeller, Chris Lohner
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